Eine Brücke zwischen der Welt des Films und derjenigen der Literatur.
Wer Drehbücher schreibt, ist i.d.R. dazu verdammt, dass Produzenten und Regisseure seine einzige Leserschaft darstellen, dazu, dass sein Autorenname weitgehend unbekannt bleibt, sollte selbst eines seiner Skripte erfolgreich verfilmt werden, dazu, dass niemand dafür bezahlt, seine Texte lesen zu dürfen, wobei ihm stattdessen das Gefühl vermittelt wird, ihm würde damit ein Gefallen getan, wofür er dankbar sein müsse.
Dazu gesellt sich schließlich auch noch der Umstand, dass ein Autor, der keine Auftragsarbeit zugeschanzt bekommt, nicht wirklich damit rechnen kann, dass auch nur eines seiner Drehbücher jemals verfilmt wird. Sollte er von seiner Arbeit leben können – was eher selten vorkommt –, dann wird er dies über den Verkauf von sogenannten Optionen realisieren. Hierbei handelt es sich um solche, die i.d.R. eine Laufzeit von einem Jahr besitzen und in Hinblick auf die eigentlichen Filmrechte ausgestellt werden, die schließlich erworben werden, sollte das Skript tatsächlich verfilmt werden.
Um sein Werk urheberrechtlich zu schützen, bevor er es in der Welt herumschickt, damit es von Leuten gelesen wird, die meist nicht wirklich gerne lesen und wenn doch, dann eigentlich keine Drehbücher, muss der Autor dafür bezahlen.
Dies erstaunt natürlich nicht weiter, da es sich um eine äußerst nützliche und auch gern genutzte Dienstleistung handelt. Es soll nur darauf hingewiesen werden, dass sich die Situation eines Drehbuchautors grundsätzlich von derjenigen eines Romanautors unterscheidet, obwohl beide Schriftsteller sind.
Außerdem verhält es sich dergestalt, dass die meisten Drehbuchautoren nicht dazu imstande sind, einen Roman zu schreiben, genauso wie die meisten Romanautoren nicht imstande sind, ein Drehbuch zu schreiben. Ein Roman ist ein literarisches Werk mit einem bestimmten Mindestumfang. Ein Drehbuch ist prinzipiell ein Handbuch für den Dreh, welches zwangsläufig literarische Elemente wie bspw. Dialoge enthält.
Ein Roman sollte mindestens 200 Buchseiten umfassen, während ein Drehbuch meist zwischen neunzig und hundertzwanzig A4-Seiten aufweist, von denen jede in etwa einer Minute des geschnittenen Films entspricht.
Das „Tale Script" wurde dazu in die Welt gerufen, um all diese Umstände zum Guten zu wenden, sei es für den Drehbuchautor wie auch für die Leserschaft, der ein grundlegend neues Format angeboten wird, welches wohl nicht wenige durchaus goutieren werden.
Ein „Tale Script" ist schlicht ein Drehbuch, formatiert wie eine Erzählung, mit wenigen Anpassungen, um ein entsprechendes Leseerlebnis zu garantieren. Hierbei bleiben prinzipielle Grundsätze erhalten wie das sakrosankte „show, don't tell" („zeigen, nicht beschreiben") sowie eine in der Literatur eher selten anzutreffende hohe „Pace" (in etwa mit „Rhythmus" zu übersetzen). Ein „Tale Script" wird meistens zwischen neunzig und hundertzwanzig Buchseiten umfassen, und jede einzelne davon repräsentiert ungefähr eine Minute geschnittenen Films. Die Szenenüberschriften werden durch einen Platzhalter wie z.B. „***" ersetzt, womit die Umformatierung, zurück in ein Drehbuch, deutlich vereinfacht wird.
Der Leserschaft wird somit eine ungewöhnlich dichte und höchst visuelle Erzählform präsentiert, welche so in der Literaturlandschaft selten anzutreffen ist. Außerdem wird dies dazu führen, dass die Leser vieles davon zu lesen bekommen, was die hiesige Filmindustrie abgelehnt hat, aus was für Gründen auch immer, und sonst für alle Ewigkeit verschollen geblieben wäre. Die Autoren hingegen können, mit minimalem Mehraufwand, ihre Drehbücher urheberrechtlich geschützt veröffentlichen, sich eine zahlende Leserschaft aufbauen sowie einen Namen als Schriftsteller, der er tatsächlich ist.
Bei all dem steht dem Verkauf von Optionen sowie Filmrechten nichts im Wege. Der einzige Unterschied besteht darin, dass Interessierte den regulären Buchpreis bezahlen, um es lesen zu dürfen, und dass der Autor es sich sparen kann, Drehbücher herumzuschicken – gefragt oder ungefragt –, um im besten Fall eine standardisierte Absage zu erhalten.
Nun bleibt noch Folgendes zu erwähnen. Wie viele andere Sektoren auch, hat die Welt des Schriftstellertums in der letzten Zeit etwas gelitten. Hierbei ließ es sich nicht vermeiden, dass ursprüngliche Qualität eingebüßt wurde. Dies hat mehrere Gründe, wobei u.a. die sogenannte KI sowie das stark abnehmende Niveau der Ausbildung der zukünftigen Schriftsteller zu nennen sind.
Sollte mangelnde Qualität der Texte oder fehlendes Können und Talent des Autors der Grund dafür sein, dass seine Drehbücher keinen Anklang finden, ist es nicht empfehlenswert, sich über „Tale Scripts" ein Stück des vielzitierten Kuchens erhaschen zu wollen. Dies wird nicht funktionieren, und der Ruf des Autors wird wohl eher unter solchen Veröffentlichungen leiden als dass sie ihm eine Leserschaft bescheren werden.
Es ist kein Geheimnis, dass weit über neunzig Prozent davon, was Produzenten ungefragt vorgelegt wird, schlicht und ergreifend unbrauchbar ist. Es ist jedoch ebenso kein Geheimnis, dass in der Filmbranche eine Vetternwirtschaft vorherrscht, welche dazu führt, dass Qualität und Innovation mit geradezu penetranter Regelmäßigkeit auf dem Altar des schnöden Mammons geopfert werden.
Insofern richtet sich das Projekt „Tale Script" auch an Filmschaffende, die nach Stoffen suchen, welche sonst regelmäßig durch das Netz fallen und deren Filmrechte zudem einen Bruchteil der branchenüblichen Beträge kosten werden, da das gesamte sonst übliche Netzwerk sowie die meist zur Fruchtlosigkeit verdammten Bemühungen wegfallen, da diese schlicht obsolet werden.
Das „Tale Script" ist eine Brücke, geschlagen zwischen der Welt des Films und derjenigen der Literatur, wovon alle Beteiligten profitieren sollen.